Klinikum Aschaffenburg-Alzenau tritt aus kommunalem Arbeitgeberverband aus

Aschaffenburg
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In Aschaffenburg brennt die Hütte. Mit der Mitarbeiterinformation vom 3. Juli informierte die Klinikleitung die Beschäftigten über den Austritt der gGmbH aus dem Arbeitgeberverband (KAV).

Im Vorfeld gab es dazu am 13. Juni einen Beschluss des Aufsichtsrates. Die vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di wurde zu keinem Zeitpunkt, als Sozialpartner, in diese Entscheidung miteingebunden. Der Begriff Sozialpartnerschaft bezieht sich in Deutschland auf die Tarifvertragsparteien, Gewerkschaften auf der einen Seite und Arbeitgeberverbände auf der anderen Seite und beschreibt, wie Lohn- und Arbeitsbedingungen mit Tarifverträgen geregelt werden. Eine Kündigung in „Wild West“ Manier passt nicht in die heutige Zeit. Tarifverträge geben den Beschäftigten Sicherheit und steigern die Zukunftsfähigkeit, die Attraktivität eines Unternehmens im Buhlen um Fachkräfte. Dazu hat ver.di aus Betriebsratskreisen schon die Information erreicht, dass schon einige Beschäftigte beim Betriebsrat waren, die erklärt haben, sie werden sich eine andere Arbeitsstelle suchen.

Auch wenn die Klinikleitung damit wirbt, mit dem Austritt aus dem KAV, die Freiheit zu bekommen, Arbeitszeit- und Gehaltsmodelle zu entwickeln, die den Anforderungen des Arbeitsmarktes gerecht werden, gibt es nur das eine Ziel, in der Summe die Lohnkosten zu senken. Dazu Stefan Kimmel, ver.di Gewerkschaftssekretär, Kimmel: „Für das Klinikum Aschaffenburg Alzenau wird im Jahr 2024 ein Defizit von 40 Millionen Euro erwartet, mit der Mitteilung der Geschäftsleitung, aus dem KAV auszutreten wird klar, die Zeche sollen die Beschäftigten zahlen.“

Kimmel kündigt weiter an: „Die Gewerkschaft wertet das Vorgehen der Arbeitgeberseite ganz klar als grobes Foul und wird mit allen Mitteln dafür kämpfen, dass das Klinikum Aschaffenburg Alzenau tarifgebunden bleibt.“ Robert Hinke, ver.di Landesfachbereichsleiter FB C Bayern ergänzt: „Einen solchen Präzedenzfall werden wir nicht hinnehmen und fordern unsere Mitglieder auf, sich für die Tarifbindung einzusetzen. Gute Patientenversorgung braucht gutes Personal und das bekommt man nur mit guten Löhnen.“


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